
Zehn Bunker auf kaum hundert Metern. Das klingt auf der Karte fast spektakulärer, als es sich vor Ort anfühlt.
Und genau deshalb lohnt sich Fanø Nord.
Die Bunker liegen verstreut zwischen den Dünen, teilweise tief darin versunken, umgeben von Dünengras. Manche sieht man sofort, andere erst, wenn man fast davorsteht.
Es ist kein großes Abenteuer. Aber ein ziemlich guter Ausflug für eine Stunde.
Und weiter südlich wartet noch ein zweiter Bunker, der völlig anders ist.
Zehn Bunker in Fanø Nord
Die Zufahrt führt über einen schmalen Feldweg. Teilweise ist nur Platz für ein Auto, dazwischen gibt es Ausweichbuchten. Am Ende liegt ein kleiner Parkplatz für vielleicht zehn Autos.
Von dort sind es nur wenige Schritte zu den ersten Betonresten.
Innerhalb von ungefähr hundert Metern liegen zehn Bunker, im weiteren Umkreis noch deutlich mehr. Einige stehen offen in den Dünen, andere scheinen langsam darin zu verschwinden.
Man läuft einfach von einem zum nächsten.
Eine Stunde reicht dafür gut. Und wie fast immer auf Fanø gibt es Wind um die Nase gratis dazu.
Taschenlampe mitnehmen
In einige der Bunker kann man hineingehen.
Teilweise führen Gänge und Räume unter die Erde, und plötzlich sieht der unscheinbare Betonklotz von draußen deutlich größer aus.
Eine Taschenlampe ist deshalb sinnvoll. Das Handy als zweites Licht ebenfalls.
Und vor allem: auch nach unten leuchten.
Nach Regen können sich im Inneren große Pfützen bilden. Zehn Zentimeter Wasser sieht man im Dunkeln erstaunlich spät.
Ich jedenfalls zu spät.
Der Bunkerausflug endete bei mir mit nassen Füßen.
Warum stehen hier überhaupt so viele Bunker?
Dänemark war von 1940 bis 1945 von Deutschland besetzt. Während des Zweiten Weltkriegs entstanden entlang der dänischen Westküste zahlreiche deutsche Befestigungen als Teil des Atlantikwalls.
Auch Fanø spielte wegen seiner Lage vor Esbjerg eine Rolle.
Vom Bunker aus sieht man den Hafen von Esbjerg am Horizont. Die Befestigungen sollten den Zugang zu diesem wichtigen Nordseehafen kontrollieren und verteidigen.
Auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt, bei Blåvand, entstand mit der Tirpitz-Stellung eine noch wesentlich größere Anlage.
Über Tirpitz haben wir einen eigenen Artikel geschrieben.
Heute ist von all dem vor allem Beton zwischen Dünen und Dünengras geblieben.
Ganz anders: der Be-Free-Bunker
Der zweite Bunkerausflug liegt direkt am Strand, ungefähr auf halber Strecke zwischen Nordby und Sønderho.
Der Bunker liegt schief im Sand. Ein Ende ist tiefer abgesunken als das andere. Weiße Kalkspuren laufen über den Beton, auf der Oberfläche wachsen Flechten.
Und auf der Seite steht in großen weißen Buchstaben:
BE FREE.
Dahinter eine gelbe Sonne.
Wer das Graffiti gemalt hat und welche Geschichte dahintersteckt, wissen wir nicht.
Und es kann sich verändern. Graffiti auf den Bunkern kommt und geht. Was auf unseren Fotos zu sehen ist, muss beim nächsten Besuch nicht mehr genauso aussehen.
Mit dem Auto über den Strand
Der Weg dorthin ist typisch Fanø.
Man fährt mit dem Auto über den Strand und parkt in der Nähe. Von dort läuft man ungefähr zweihundert Meter, die letzten Meter über einen kleinen Kiesweg durch die Dünen.
Auf den Bunker kann man problemlos hinaufsteigen.
Spektakulär ist das nicht.
Aber wenn man sowieso mit dem Auto am Strand unterwegs ist, ist es genau die Art von kleinem Abstecher, für die man auf Fanø anhalten sollte.
Hundert Meter und achtzig Jahre
Fast direkt daneben steht eine Vogelbeobachtungshütte an der Strandsø.
Das ergibt eine ziemlich eigenartige Nachbarschaft.
Zwei Beobachtungsposten, nur ungefähr hundert Meter voneinander entfernt und rund achtzig Jahre auseinander.
Vom einen schaute man während des Krieges auf die Küste, weil man wissen wollte, ob jemand kommt.
Im anderen sitzt man heute mit dem Fernglas und hofft genau darauf.
Nur sind es diesmal Vögel.
Bunker und Vogelbeobachtung lassen sich problemlos zu einem kleinen Ausflug verbinden. Auch hier reicht ungefähr eine Stunde.
Welcher Bunkerausflug lohnt sich mehr?
Das sind eigentlich zwei unterschiedliche Ausflüge.
Fanø Nord ist interessanter, wenn man die Bunker selbst erkunden möchte. Dort gibt es viel mehr zu sehen, man kann zwischen den Anlagen durch die Dünen laufen und teilweise hineingehen.
Der Be-Free-Bunker ist der leichtere Zwischenstopp. Er lässt sich gut mit einer Fahrt über den Strand, der Strandsø und der Vogelbeobachtung verbinden.
Wer nur Zeit für einen hat und sowieso mit dem Auto am Strand unterwegs ist, dem würden wir Be Free empfehlen.
Wer Bunker wirklich erkunden möchte, sollte nach Fanø Nord fahren.
Warum heißt er Be Free?
Wegen der großen Aufschrift BE FREE.
Wer sie gemalt hat, wissen wir nicht. Wir kommen seit rund dreißig Jahren nach Fanø – und für uns war er schon immer der Be-Free-Bunker.
Heute steht der Name sogar auf der Karte.
Übrigens — wir vermieten ein Ferienhaus in Sønderho auf Fanø, falls du länger bleiben möchtest.
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